12 Jahre als Sklave von Solomon Northup

Ich hatte den Film zuvor nur Ausschnittsweise gesehen. Zwischendurch. Beim Zappen. Was vor allem an den Folterszenen lag, die ich mir nicht antun wollte. Das Buch ist um einiges schärfer. Nicht zuletzt, weil man sich die grausamen Bestrafungen dann vorstellen muss … und nicht nur zuschauen.

Das vorweg.

Das Buch ist gut, sehr gut. Auch wegen der Bezüge in die nahe Zukunft während der Erzählung. Der Autor weißt bewusst auf Einzelheiten in seiner Geschichte hin, damit man als Leser auch die Aufmerksamkeit darauf lenkt. Weil eben jene Details später wichtig werden. Sonst könnte man vor lauter „Neuem“ und „Ungeheuerlichem“ leicht den Fokus verlieren. Manch einen könnte genau das stören, aber ich empfand dieses ein bisschen Oberlehrerhafte gerade gut. Denn sonst bleibt man meiner Meinung nach stecken in der Ausweglosigkeit des Sklavenseins in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Und verliert wie viele andere Personen in der Geschichte auch die Hoffnung. Die Hoffnung auf Befreiung. Ein selbstbestimmtes Leben. Ein bisschen Gleichberechtigung. Die es bis zum Schluss nicht gibt. Leider. Als Solomon Northup seinem Sklavenhändler vor einem Gericht in Washington gegenübersteht.

Wer das Buch liest, braucht gute Nerven und muss seine eventuell zu lebhafte Vorstellungskraft in Zaum halten. Sonst legt man es weg. Und das sollte man nicht.

 

„Zwölf Jahre als Sklave“ von Solomon Northup, herausgegeben von Petra Foede und Rainer Zenz, 2014, übersetzt von Petra Foede

Originalausgabe: „Twelve Years a Slave“, erschienen bei Debby and Miller, Auburn, 1853

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