Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie

Dieses Buch ist unfassbar. Nicht ab der ersten Seite, aber spätestens nach der zehnten.

Americanah hatte ich mir aufgrund der vielen Lobe gekauft. Und diesmal wurde ich nicht enttäuscht 🙂

Zuerst hatte ich Angst: Da wird in Friseursalons gequatscht wie in Barbershop 1 bis 3. Es geht nur um die Jugendliebesgeschichte. Fad hoch drei. Doch überhaupt nicht.

Es geht um Gespräche. Es geht um Jugendliebe. Aber es geht vor allem auch um die Gesellschaft, um Ungleichheiten, Wahrnehmung, die Fremde in der Fremde zu sein. Das Erlebnis auszuwandern. Und wieder zurück zu kommen.

Jeder, der schon einmal länger im Ausland gelebt hat, der erkennt sich spätestens in der Mitte des Buches wieder. Wenn von den winzigen Unterschieden berichtet wird, die man nur als Neuling wahrnimmt. Von den kaum zu sehenden aber stets zu fühlenden Unterschieden. Und den seltsamen Details, die plötzlich eine Rolle spielen.

Die Handlung ist gut, doch was dieses Buch einfach so faszinierend macht, sind die vielen Zwischengeschichten, die Blog-Auszüge, Erlebnisse, Beobachtungen.

Lest dieses Buch! Es ist wunderschön. Es ist vielschichtig. Es spricht offen über Diskriminierung, Rassismus, Ungleichheiten. Und vor allem: Es lässt seine Figuren leben. Nicht nur irgendwie, sondern so richtig, richtig leben.

 

„Americanah“ von Chimamanda Ngozi Adichie, Fischer Taschenbuch, 2015, ISBN 978-3-596-18598-6

Umschlaggestaltun: buxdesign / München

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