Omerta von Mario Puzo

Von diesem Buch hatte ich Albträume. So richtige. Eine Leiche, blutüberströmt lag im Bett im Pfarrhaus. Die Einstichstellen des Messers waren noch deutlich zu sehen. Das träumte ich. Und konnte vor allem deshalb nicht von diesem Buch lassen.

Omerta braucht eine Weile, bis man in die Story kommt. Bis der Rachefeldzug des jungen Astore Viola beginnt. Denn wie bei Mario Puzo bekannt, erfährt man zuerst einmal etwas zu den Figuren, ihren Hintergründen, Rollen und Positionen im Mafia-Gefüge der USA.Der junge Astore wirkt wie Vito und Michael Corleone aus „Der Pate“ – ein unglaublicher Mix, der so gefährlich ist, dass man die Augen nicht mehr davon abwenden möchte. Die anderen Figuren sind nur Marionetten dieses Genies. Teils bewusst, teils ohne es selbst zu merken.

Erst auf Seite 70 gibt’s die erste Leiche. Aber dann ist man mitten drin. Intrigen folgen auf Verrat, Respekt und Ehre ersetzen Rechtsstaatlichkeit. Bekannte Zutaten, die der Autor vorbildlich mischt.Morde werden manchmal genau beschrieben, die scheußlichsten Taten der Fantasie des Lesers überlassen.

Mit 16 Jahren las ich „Der Pate“ und war fasziniert. Nun 14 Jahre später verschlang ich „Omerta“ und liebte und fürchtete diese Mafia-Welt zugleich. Durch Mario Puzo übt das Böse solch eine Versuchung auf mich aus, dass ich froh bin, dass es mir reicht sie in seinen Büchern zu entdecken.

„Omerta“ von Mario Puzo, Ullstein Taschenbuchverlag, 2001, ISBN 978-3-548-25157-9

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