Sturz der Titanen von Ken Follett

1.000 Seiten in 12 Tagen – da war ich schnell. Das spricht für das Buch und ein bisschen für meine Disziplin. Denn in der Mitte hatte es leider schon seine Schwächen.

Sobald es in einem Buch in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts geht, bin ich gespannt. Und ziemlich leicht zu begeistern. Ich finde diese Zeit einfach unglaublich spannend, weil sich damals so viel getan zu haben scheint. „Sturz der Titanen“ landete schon deshalb in meinem Regal und als ich es las, tauchte ich ein in die damalige Zeit.

Ken Follett macht das, was er meiner Meinung nach fast immer bei historischen Romanen macht. Er nimmt ein bis zwei starke Frauenfiguren, dazu ein bis zwei starke, aber recht unterschiedliche männliche Hauptfiguren und schon geht’s los. Genauso hat er es hier gemacht.

Genau genommen gibt es 6 Männer, die man von 1914 bis 1923 begleitet, dazu noch zwei Frauen der englischen Gesellschaft und fertig. Die restlichen Figuren schmücken alles aus – ob in Russland, Deutschland, Großbritannien oder den USA. Die Figuren wirkten auf mich wie Idealerscheinungen aus dieser Zeit. Persönlichkeiten, die man irgendwo irgendwie schon mal gesehen hat. Das ist gut, aber lässt sie gleichzeitig nicht „zaubern“. Denn wirklich in sie taucht man nie ein. Was daran liegt, dass sie irgendwie einschichtig sind. Ihre Umgebung verändert sich, sie selbst, ihr Charakter, ihre Ansichten und oft sogar Träume, bleiben im Grunde gleich.

Beeindruckt hat mich wirklich die Historie dahinter. Mein Abitur liegt zwar schon ein paar Jahre zurück, doch schließlich habe ich darin eine Abschlussprüfung abgelegt. Und vieles kam wieder in Erinnerung. Manchmal war das Buch einfach nur spannend, weil man wusste, was noch passieren wird. Oder weil sich Figuren unglaublich irren und daher in ihr Unglück rennen. Weil man aufgrund der Geschichte einfach schon weiß, wie es kommen wird.

Das Buch ist gut, aber es hätte meiner Meinung nach auch 300 Seiten dünner sein können, mit 3 bis 4 Figuren weniger. Die dafür mehr Charakter haben, lernen und sich wandeln. Das Buch profitiert fast vollständig nur von der tatsächlichen Geschichte, die diese Zeit so spannend macht. Aber leider sind eben die Figuren nicht so einprägsam, dass ich die Welt wirklich durch ihre Augen sehe. Sie bleiben schattenartige Umrisse, die durch die Zeit gehen, den Leser neben sich dulden, aber eben nicht mitnehmen.

„Sturz der Titanen“ von Ken Follett, Bastei Lübbe Taschenbuch, 2010, ISBN 978-3-404-16660-2

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Moni2506 sagt:

    Hey,

    Eine interessante Rezension zum Buch. Ich war begeistert von Sturz der Titanen. Mich stört das persönlich aber auch mit den Figuren nicht so, obwohl ich durchaus finde, dass du mit deiner Beschreibung recht hast.

    LG, Moni
    #litnetzwerk

    Gefällt 1 Person

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