Das Schiff des Theseus von V.M. Straka

Dieses Buch war ein echtes Leseerlebnis. Denn so habe ich noch nie gelesen! Einfach genial 😀

Das Buch zu bewerten und so wenig wie möglich vom Inhalt wiederzugeben, das ist hier echt schwer. Denn eigentlich sind es drei Geschichten, die miteinander verwoben sind, sich teilweise aufeinander beziehen. Und wo man schnell einmal den Überblick verliert. Deshalb musste ich mich hier mehr als sonst konzentrieren – und das hat sich gelohnt!

Die eigentliche (klassisch gedruckte) Geschichte braucht ein wenig, bis man in sie hineinkommt. Was auch am Schreibstil liegt, der auf den ersten Blick ziemlich fremd wirkt (für heutige Zeit). Doch dann wird es wirklich spannend und man fragt sich, wer diese Hauptfigur ist, was es mit dem Schiff auf sich hat und was überhaupt passiert. Die rhetorischen Fragen, Einwürfe, Perspektivenwechsel – das belebt das Lesen und lässt die Geschichte gleichzeitig inne halten und durchschnaufen. Das Ende war für mich zu plötzlich, ich fühlte mich echt überrumpelt, allein gelassen und konnte nicht glauben, dass es wirklich so abrupt aus sein soll. Da hat mir irgendwas gefehlt.

Die Geschichte rund um den Verfasser und die Übersetzerin ist noch mal spannender. Die erfährt man nebenbei – durch Kommentare/Fußnoten der Übersetzerin und über zwei Studenten der Uni. Die, ja!, die in das Buch hinein geschrieben haben! Und da ist das Ende offen – wer der Verfasser letztendlich tatsächlich war. Ich hatte gleich den Ansporn nochmal zu lesen. Denn irgendwo muss es doch einen versteckten Hinweis geben!

Und dann ist da die Geschichte um Jen und Eric, die man über die selbstgeschriebenen Kommentare auf den Seiten und zurückgelassenen Beilagen (Postkarten, beschriebene Servietten, Notizzettel, etc.) kennenlernt. Und die gemeinsam die Codes des Buches lösen (aber nicht alle – weshalb ich immer noch hoffe, beim erneuten Lesen mehr zu entdecken als die zwei!). Und die Geschichte der Beiden ist toll! Ich fand mich in Jen wieder, zwischendurch in Eric. Weil die beiden Fragen plagen, die auch in meinem Leben aufgetaucht sind bzw. noch da sind. Manchmal fand ich es echt schade, dass wir nur das über die beiden erfahren, was im Buch steht/liegt.

Ich hatte das Gefühl, dass sich die Geschichten nicht nur gut ergänzen, sondern auch, dass sie sich stützen. In der Art, dass eine Geschichte den Leser in den Bann zieht, während die andere ein bisschen schwächelt. So entstehen kaum Leseflauten. Eigentlich gar keine. Denn es funktioniert im Grunde genommen wie bei den dicken Romanen, bei denen mehrere Personen im Mittelpunkt stehen und wo man in jedem Kapitel eine andere Figur verfolgt. Nur kann man hier alle gleichzeitig begleiten. Und da merkt man letztendlich auch, dass dieses Buch von einem Drehbuchautoren, Regisseur und Produzenten konzipiert wurde. Der wohl vertraut ist mit dieser Art des Erzählens. Und die endlich mal ihren Eingang ins gedruckte Wort gefunden hat.

Beim ersten Lesen habe ich alle Texte/Informationen von einer Seite auf einmal gelesen, d.h. alle 3 Geschichten zugleich. Das war anstrengend, aber für mich ein echtes Leseerlebnis. Denn so und so etwas hatte ich noch nie gelesen! Und ich werde es noch mal verschlingen, diesmal aber getrennt voneinander. Denn die letzten Rätsel müssen gelöst werden.

„Das Schiff des Theseus von V.M. Straka“ von J.J. Abrams und Doug Dorst, KiWi-Verlag

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