Die Bücherdiebin von Markus Zusak

Der Titel und das Cover, die hatten mich damals überzeugt. Doch als ich vorab erfuhr, um  was es ging: Zweiter Weltkrieg in Deutschland, der Tod kommt auf die Erde und erzählt die Geschichte. Naja. Da war ich erstmal nicht begeistert. Denn wirklich neu erschien mir das Konzept nicht.

Und dann fing ich an zu lesen und war geflasht. Erstmal nicht von der Geschichte. Nicht von den Figuren. Sondern von der Sprache. Dieses Buch steckt voll so schöner Bilder, die ich am liebsten in mich aufsaugen und nie wieder vergessen wollte. Da wird „eine Faust voll Wut entgegen“ geworfen, Liesels Mama „schien die Worte in ihrer Hand zu sammeln, sie zu Teig zu kneten und über den Tisch zu werfen“, Albträume treiben Liesels neuen Papa in ihr Zimmer, Lügen zerbrechen, Stimmen kneten Türrahmen. Und das sind nur ein paar Beispiele. Das Buch ist sprachlich sooo schön.

Wegen dieser Bilder, aber auch wegen der sprachlichen Abwechslung, war es einfach nur toll. Denn diese melodische Erzählsprache geht ohne Pause in einen beamtischen Dokumentarstil über, wo plötzlich aufgezählt, aufgelistet wird. Wo alle Freiheit plötzlich eingeschränkt wird auf nur noch 3 Möglichkeiten: Erstens, zweitens, drittens.

Dieser Rhythmus passt erschreckend gut in eine Zeit, wo kindliches Träumen und grausamer Dienst nach Vorschrift nebeneinander bestanden und gegensätzlicher nicht hätten sein können.

Ich liebte dieses Buch bis zur letzten Seite. Und war einfach nur traurig, als es vorbei war. Markus Zusak gehört nun definitiv zu einem meiner liebsten Schriftsteller, oder besser: einer der kreativsten Wort-Bild-Schöpfer, die ich bisher kennengelernt habe.

 

„Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak, Blanvalet Verlag, 2008, ISBN 978 376 450 2843

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