Extinction von Kazuaki Takano

Dieses Buch begleitete mich 2 Wochen, was echt lang ist für einen 520 Seiten Schinken. Da könnte man meinen, dass er nicht gut ist. Aber das ist er, aber dann irgendwie auch nicht ganz.

Das Buch ist gut! Es ist spannend, hat tolle Charaktere, verschiedene Schauplätze, die miteinander verbunden sind. Deren Verknüpfung sich aber erst im Laufe der Zeit erschließt. Und es geht ums Überleben der Menschheit.

Was ich ein bisschen an dem Buch kritisieren muss, ist seine große Stärke. Denn es geht (auch) um Pharmakologie und die Entwicklung von Medikamenten. Und das wird so detailliert mit Fachbegriffen beschrieben, von denen ich nicht mal 90% kannte, dass ich irgendwann einfach nur noch drübergelesen habe, sobald da so ein kompliziertes Fremdwort stand. Bei diesen Passagen bin ich leider echt ausgestiegen. Obwohl ich glaube, dass diese Abschnitte für Leute, die damit vertrauter sind als ich, echt spannend sind.

Und was mich auch ein bisschen gestört hat, war etwas, was ich nicht anders als mit einem „Sog“ beschreiben kann. Das Buch hat mich außerhalb der Seiten nicht gebannt, nicht zu sich gesogen. Es gab kein „ich muss jetzt unbedingt lesen, denn ich will wissen, wie es weitergeht!“ Wenn ich startete, war ich drin und es war gut. Aber darüber hinaus irgendwie nicht.

Ich glaube, dass es an den Figuren lag. Sie waren gut gezeichnet, aber es bestand für mich stets eine Distanz, eine Kühlheit, die mich nicht für sie erwärmen ließ. Es war fast so, als würde man einem Marionettentheater zuschauen, bei dem die Fäden so gut getarnt sind, dass man nicht anders kann, als ständig nach ihnen zu suchen. Anstatt sich ganz auf die Geschichte einzulassen.

Abschließend kann ich dieses Buch wirklich empfehlen. Die Story ist toll und wirft grundlegende Fragen auf, wie der Mensch reagiert, wenn plötzlich ein intelligenteres Wesen auf unserer Erde auftaucht. Nur einen Sog hat die Geschichte leider nicht auf mich ausgeübt, weshalb ich wahrscheinlich auch so lange gebraucht habe.

 

„Extinction“ von Kazuaki Takano, C. Bertelsmann, 2015, ISBN 978 3 570 10185 8

Umschlaggestaltung: semper smile, München

Umschlagmotiv: (c) Paul Gooney / Arcangel Images

Advertisements

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Huhu 🙂 Ich wollte das Buch eigentlich lesen aber jetzt überlege ich es mir doch noch einmal. Habe gerade durchgehend Kopfschmerzen und kann mich auf sowas nicht konzentrieren. Werde es wohl lieber lesen, wenn das mal wieder besser geworden ist.

    Weiterhin viel Erfolg beim SuB Abbau 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. ankeharnisch sagt:

      Huhu!
      Danke für deinen Kommentar. Beim Kopfweh würde ich das Buch wirklich nicht empfehlen … warte lieber ab! Und dann kannst du es voll genießen 😀 Denn vielleicht trifft es ja genau deinen Geschmack, hatten das ja schon einmal, dass mir etwas voll getaugt hat und du fandest es gar nicht so toll 😉
      LG
      Anke

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s