Im Gespräch mit mir

Anke_LogoHier ist er, der Club der Fast-Anonymen SuB-Leser!

Wie viele Bücher sind gerade auf meinem SuB?

Begonnen habe ich mit 584. Jetzt bin ich bei „nur mehr“ 557.

Wie konnten sich nur so viele ungelesene Bücher bei mir ansammeln?

Ich habe mir für einen Bücherjunkie den wohl gefährlichsten Wohnort ausgesucht: direkt gegenüber vom Buchladen, der auch noch sonntag geöffnet hat! Da wird der Buchladen schnell mal zum erweiterten Wohnzimmer (das zudem auch noch viel besser klimatisiert ist – im heißen Sommer echt cool, aber eben auch suchtfördernd!) Und wenn man einmal dort ist … da kann man einfach nicht ohne raus. Jedenfalls ich nicht.

Außerdem habe ich Verwandte, die mir zu Weihnachten, Geburtstag, etc. immer ein Buch schenken. Ist ja auch ein tolles Geschenk für mich. Doch wenn man plötzlich mehr als 10 neue Bücher bekommt, da entsteht automatisch ein SuB.

Und dann bin ich seit Ende meines Studiums wieder im richtigen Lesefieber. Weil ich eben nichts anstreichen, herausschreiben, für irgendeine Prüfung lernen muss. Sondern eben einfach nur genießen kann. Da hatte ich das Gefühl, dass ich Jahre vergeudeter Nicht-Lese-Zeit ganz schnell aufholen muss. Und dafür brauchte ich natürlich die entsprechende Literatur.

Und zu guter Letzt bin ich sesshaft geworden. Früher zog ich jedes Jahr um (inkl. Länderwechsel). Da blieb nicht so viel Platz für Bücher im Gepäck. Also konnte sich auch nicht so viel ansammeln. Seit über 5 Jahren leb‘ ich nun in Wien und … naja …

Alles zusammen: Ich war wie ein ehemaliger Junkie, der nach einem unfreiwilligen kalten Entzug plötzlich wieder freien Zugang zur Lieblingsdroge hatte. Und da ist es eskaliert.

Was ist mein Plan? Wie möchte ich dagegen vorgehen? Wie mein Problem kurieren?

Absolutes Buchkaufverbot. Kein Buch darf auf dem SuB hinzu kommen. Alles muss gelesen, wenigstens angelesen werden. Was mich nicht nach 10 Seiten ein bisschen fesselt, darf zu den „Ungelesenen Büchern der Woche“ wandern (bisher nur eins). Meine Freunde und Verwandten sind alle informiert. Und zur Selbstkontrolle habe ich auch diesen Blog ins Leben gerufen. Damit ich keinen Rückfall erleide. Und Leidensgenossen finde. Denn zusammen steht man solch einen Entzug wesentlich besser durch.

Mein Abschluss-Plädoyer vor dem herrschaftlich gerechten SuB-Gericht*?

Wertes Gericht, ich gelobe hiermit offiziell vor Zeugen, dass ich meinen SuB auf null reduzieren werde. Wie schnell, das kann ich nicht vorhersagen. Jede Woche werde ich zumindest 500 Seiten lesen – manchmal wird dies ein Buch sein, ein andermal mehr als ein Buch oder auch nur ein Teil eines Buches. So werde ich meinen SuB ablesen, Seite für Seite. Mit Liebe, Hingabe und Respekt gegenüber den Autoren, Verlegern und Wörtern. Ich bitte um Verzeihung für mein unrespektables Verhalten in der Vergangenheit und akzeptiere jede Art von Bestrafung sollte ich rückfällig werden.

Danke an alle, die mit mir diesen beschwerlichen Weg gehen! Möge die Leselust mit uns sein.

Eure Anke

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*Instanz zur Verteidigung ungelesener Bücher und Einklagung ihres Rechtes auf Beachtung und Liebe